Google geht von China nach Hongkong, werden sie dort glücklicher?
27.03.2010
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Durch Ingo
Die Schlacht zwischen dem US IT- Konzern Google Inc. und der chinesischen Regierung ist in eine weitere Runde gegangen. Ich hatte ja schon in der Vergangenheit darüber geschrieben. Die staatliche Nachrichtenagentur greift Google hart an. So behaupte Google, dass die chinesische Regierung die Hackerangriffe auf das Unternehmen unterstützt habe. Den Beweis sei das Unternehmen bis heute schuldig geblieben, so Xinhua. Der nächste Schritt war die Drohung mit dem Rückzug aus dem chinesischen Markt, falls Chinas Regierung bei ihrer Internetzensur keine Kompromisse eingehe. Und da das auch keinen Erfolg hatte, ließ man sich durch US Politiker und Regierungseinrichtungen den Rücken stärken, was laut Xinhua eine komödienhafte Form annahm. Die Verbindungen zwischen Google und der US Regierung könnten nicht enger sein. So schreibt Xinhua unter Verweis auf US-Medien, dass Google der viertgrößte Unterstützer in Barack Obamas Präsidentschaftswahlkampf war. Vier Manager der Google Führungsebene, darunter Sumit Agarwal, ehemals Produktmanager des Google Mobile Teams und heute stellvertretender Direktor im Verteidigungsministerium, arbeiten heute für die US-Regierung, so Xinhua. Google muss nun über Bleiben oder Gehen entscheiden. Es sei lächerlich und arrogant, dass ein amerikanisches Unternehmen Chinas Gesetze ändern will. China braucht kein politisiertes Google oder Googles Politik, schreibt Xinhua weiter.
Google hat sich nun entschieden
Nutzer in China werden von der Web-Site Google.cn nach Hongkong auf Google.com.hk umgeleitet. Diese Entscheidung wird das China-Geschäft nunmehr erheblich gefährden, ist sich JPMorgan Chase & Co sicher. Die für dieses Jahr prognostizierten Umsätze von 600 Mio. US Dollar alleine aus dem China- Geschäft, dürften erledigt sein. Auch Elinor Leung von der von der Internet-Recherche bei CLSA prophezeit Google ein eher mageres Geschäft, da der Verkehr auf der Hongkonger Google-Homepage bescheiden sei. Ob sich das mit der Umleitung verbessert ist zu bezweifeln, da die chinesische Regierung wohl die Verbindung kappen wird.
Aber auch in Hongkong bläst Google eine kalte Brise entgegen. So hat der Hongkonger Onlineportalbetreiber TOM Online bereits reagiert und auf seiner Website die von Google bereitgestellte Suchfunktion abgeschaltet und die Suchfunktion des chinesischen Konkurrenten Baidu.com integriert. Das Unternehmen TOM Online gehört keinem geringeren als dem Hongkonger Tycoon und Milliardär Li Ka-shing. Es eine Tochter von Li`s TOM Group welche wiederum zum weltumspannenden Konglomerat Hutchison Whampoa gehört. Laut dem US Magazin Forbes hat Li ein Vermögen von 21 Mrd. Dollar. Die Vize- Chefin von TOM Online Elaine Feng begründete diesen Schritt damit, dass ihr Unternehmen nur mit Unternehmen zusammenarbeite, welche mit den Vorschriften konform gehen. Inzwischen hat auch der zweitgrößte chinesische Mobilfunkanbierter China Unicom Google aus seinen Geräten verbannt.
Profitieren werden die chinesischen Konkurrenten
Laut dem Marktforschungsunternehmen Analysys International hatte Google im vergangenen Quartal im Bereich Online-Suche in China einen Marktanteil von 35,6 Prozent und Baidu von 58,6 Prozent. Mit dem anscheinend nun endgültigen Abzug von Google aus China, steht deren Marktanteil zur Verteilung aus. Elinor Leung sieht neben Baidu auch die Unternehmen Tencent Holdings und Sohu.com Inc. als die Gewinner der Schlacht. Dennoch versuchen einige Unternehmen ihre Verbindung mit Google aufrecht zu erhalten. Die Sprecherin von Chinas dritt größtem Web-Portal Sina Corp, Cathy Peng teilte mit, dass ihr Unternehmen plane, Google als Suchfunktion zu erhalten.
Wie sich der größte Mobilfunkkonzern China Mobile entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Auch sie sind Partner von Google. Ohne es vorweg nehmen zu wollen, hier werden wohl auch die Google - Lichter ausgehen, da das staatlich kontrollierte Unternehmen wohl der staatlichen Sanktion folgen wird. Vielleicht erleben die chinesischen Nutzer ja Microsoft`s Bing, wer weis.